Tag 4

Etappe 4 Jahr 2018
RĂŒdesheim am Rhein - Lorch am Rhein  30.04.2018


 

Guten Morgen es lÀuteten die Kirchenglocken im Tal.
Mein Körper war richtig warm, obwohl ich in der Nacht gefroren hatte. 7.00 Uhr und mit gĂ€hnen kommt langsam Regung in meinen Körper. Und noch immer Schlaftrunken muß ich feststellen, die ersten Wanderer sind schon unterwegs. Ich komme langsam in die GĂ€nge und als ich den Reißverschluß von meinem Zelt aufmache, lacht mich die Sonne direkt an. Laß die Sonne in dein Herz, ein Recken, ein Strecken und ein GĂ€hnen. Einmal richtig tief  frische Morgenluft einatmen und das GefĂŒhl der wĂ€rmenden Sonnenstrahlen auf der Haut, Aaaah, dass tut gut!

Als ich den Weg hinunterblickte, kam ein Ă€lteres Wanderpaar ĂŒber die SteinbrĂŒcke. Ich fing an mein Zelt abzubauen, nachdem ich vorher meinen Schlafsack, den Rucksack und Wanderstiefel herausgeholt hatte. Als das Ă€ltere Paar bei mir vorbei kam, kam die Frage ob ich gut geschlafen hatte. Ich erwiderte  “ Ja, Danke gut”. So fĂ€ngt bei mir der Tag richtig fröhlich an. Endlich habe ich mein Zelt wieder richtig verpackt und meine Mahlzeiten auch. Es ist leider ein bisschen beengt. Der Rucksack scheint mir immer noch zu klein zu sein, fĂŒr mein Vorhaben. Und jetzt mache ich meinen grĂ¶ĂŸten Fehler, den jeder Wandersmann machen kann. Ich schnalle meinen Rucksack wieder um ohne mir einen Tee oder Kaffee zu machen oder etwas zu essen. Ich hatte eigentlich genĂŒgend Nahrung dabei, fĂŒr mehrere Tage.
Mein Gedanke wahr, ich mache Unterwegs halt und FrĂŒhstĂŒcke ausgiebig. Und so bin ich losgewandert, auf dem Weg der alten Zahnradbahn. Der Rheinsteig kommt von Oben und schließt dann auf. Und jetzt gleich ein steiles StĂŒck Arbeit fĂŒr die Muskeln am frĂŒhen Morgen. Der erste HĂŒgel war das steilste StĂŒck fĂŒr die Zahnradbahn und fĂŒhrt oben gerade weiter. Der Weg ist wieder normal Wanderbar und ist wieder befestigt, nur dieses kleine StĂŒck nicht. Der Weg fĂŒhrt in den Wald und man glaubt nicht, wenn ich sage, hier ist wirklich was los. Der Sessellift lĂ€uft schon und bringt AusflĂŒgler zu Niederwalddenkmal. Man hört den Sessellift von weitem. Ich laufe durch den Wald und unterquere den Sessellift und komme nach weiteren 5 Minuten gehen an das Niederwalddenkmal. Hier ist fĂŒr Sonntag morgens um 9 Uhr ganz schön was los. Das Klappern des Sesselliftes im Hintergrund. Hier bist Du umgeben von Internationalem Flair. Ich lasse mir lange Zeit um Fotos zu machen und die Landschaft zu genießen.

Als ich vorher zur GaststĂ€tte hinauf gesehen hatte, war da noch nichts los. Also noch zu! Die Gartenwirtschaft hat noch geschlossen. Ich hĂ€tte so gerne gefrĂŒhstĂŒckt, mit Brötchen, Kaffee und so. Von dort hast Du genauso einen geilen Ausblick wie von hier auf das Rheintal. Das Foto oben auf der Webpage entstand so.

 

Niederwalddenkmal
                     Bild Thomas Zerweck   Niederwalddenkmal

Was will man mehr, strahlender Sonnenschein. Dem entsprechen ist hier auch schon was los. Mein Aufenthalt geht seinem Ende entgegen. Die morgendliche Luft und die wĂ€rmenden Sonnenstrahlen versĂŒĂŸen diese Morgenstunden. Von weitem höre ich das Tackern von Sternmotoren. WoW, was glaubt Ihr was ich zu sehen bekommen habe? Es ist die liebe Tante JU 52. Sie machen RundflĂŒge ĂŒber das Rheintal. Diese FlĂŒge sind immer ausgebucht und verlangen eine lange Wartezeit. Die Maschine startete vom Frankfurter Flughafen aus. Leider stellte die deutsche Lufthansa die RundflĂŒge in zwischen ein. Der Grund ist der Absturz einer Junkers 52 in der Schweiz. Ich hörte an diesem Tag die Junkers nicht nur einmal. Welch stolzer Anblick und erst das GerĂ€usch der Sternmotoren.

So beende ich meinen Aufenthalt am Niederwalddenkmal und wandere weiter. Ich komme auf einen gut ausgebauten und breiten Waldweg . Tja, lange bleibe ich auch nicht auf dem Waldweg und es geht links ein Weg ab in ein GefĂ€lle. Die Aussicht ist schön als ich aus dem Wald kam und an der obersten Grenze der Weinberge entlang laufe. Du hörst keinen Ton außer das Zwitschern der Vögel. Ich bin jetzt weit weg von dem Touristenweg. Die Aussicht ist schön, besonders in das Rheintal hinein. Die ersten Burgruinen sind jetzt in Sichtweite und schon geht es wieder nach oben in Richtung Bergkuppe. Von weitem sehe ich einen Teil eines Turmes (Rittersaal) von dem ich weis das er mein nĂ€chstes Ziel ist. Es geht wieder krĂ€ftig bergauf und am Ende des Weges bevor ich rechts abbiege, sehe ich ein Warnschild.

Blick ins Rheintal auf Bingen a. Rhein Weinberg  Blick auf MĂ€useturm

Blick auf Ruine mit Aussichtsplattform Warnschild  Eine Errungenschaft der Vergangenheit

Tja, es sind die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren aus den 2. Weltkrieg.
Ich gehe weiter, um an mein nĂ€chstes Ziel zu gelangen, muß ich eine Gegenbogen laufen und komme wieder auf den großen Touristenweg. Diese Steigungen gehen richtig in die Muskeln und der Wasserverbrauch zeichnet sich auf meinem T-Shirt ab. Bin froh, dass ich jetzt eine ebene Strecke vor mir habe um meine Muskeln zu erholen, wĂ€hrend des Gehens. Ich habe als ich die Steigung bewĂ€ltigte,  an der Turmruine helle Bewegungen gesehen. Sah so aus wie ein Sonnenschirm.
Jetzt wurde ich eines Besseren belehrt. Das Ganze ist nichts anderes wie eine Terrasse an einem Turm (Rittersaal) und was ich gesehen habe waren Wanderer, die sich ausgeruht haben und die Aussicht genossen.

Ich habe auf der Terrasse eine Ruhepause eingelegt und ein Photo gemacht. Es zeigt die Burgruine Ehrenfels und ein Turm in der Mitte auf einer Insel, der MĂ€useturm.

Bingen am Rhein  mit MĂ€useturm

Es soll eine Geschichte zu dem MĂ€useturm auf der Insel geben, die muß ich noch recherchieren.
Weiter geht es unter dem Turm der Aussichtsplattform Rittersaal hindurch. Mein nĂ€chster Halt ist dann in Assmannshausen, dazu wandere ich jetzt durch den Wald. Ich komme jetzt wieder auf einen Wanderweg und komme an der kĂŒnstlichen Zauberhöhle vorbei. Ich habe Sie mir nicht angesehen und laufe zĂŒgig weiter Richtung Waldausgang. Es geht wieder nach unten und kommen nach dem ich den Wald verlassen habe an der Waldschenke Jagtschloss vorbei. Hier kann man einkehren. Angrenzend an das Jagtschloss gibt es einen Tierpark. Ich laufe um das Jagtschloss herum und an dem Tierpark vorbei und ich höre ein Klacken des Sesselliftes nach Assmannshausen. Ich biege vor dem Sessellift rechts ab und folge dem Wanderweg in Richtung Assmannshausen. Er wird am Schluß der Strecke sehr Steil. Das zehrt wieder an meinen KrĂ€ften durch den Rucksack und seinem Gewicht. Auf der HĂ€lfte der Strecke am steilsten StĂŒck liefen die Gruppe Wanderer aus dem Vortag vorbei. NatĂŒrlich ohne GepĂ€ck!
Das war eher ein Rasen, nicht ein gehen


Es geht bis nach Assmannshausen hinnein Teilweise steil bergab. Ich komme in Assmannshausen an der Talstation des Sesselliftes vorbei. Die steht auf einer Anhöhe, denn der Großteil von Assmannshausen ist in den Hang gebaut. Unten angekommen erreiche ich auch wieder die große Wandergruppe, die mich weiter oben im Hang ĂŒberholte.

Unten steht ein Lokal mit Terrasse am Eckpunkt. Hier muß man herumlaufen, denn auf der anderen Seite geht es dann 30 Meter links die Straße hinauf, bis zu einem schmalen HĂ€user-Durchgang.
Die Rheinsteigplakette weißt darauf hin, hier geht es weiter. Es geht gleich wieder bergauf auf schmalen Treppen und einem kleinen Pfad. Der Schluß ist eine steile Treppe, die wieder auf einem Weg mĂŒndet.
Ab hier fÀngt der schwerste Teil des ganzen Rheinsteigs an. Es geht in Serpentienen den Berg hinauf.
Und das will nie Enden. Da sind keine Treppen, die Du gehen mußt. Der Weg zieht sich in die LĂ€nge auf dem Du allmĂ€hlich an Höhe gewinnst. Wenn Du das Ganze von unten her Betrachtest so graust es Dir schon vorher. Der Endpunkt ist bei einem Rastplatz mit Kuppeldach, die Du schon von unten sehen kannst. Das sind einige Höhenmeter. Also langsam und gleichmĂ€ĂŸig gehen mit Rucksack.

Jetzt geht es an den Speck und hier verbrennst Du Kalorien ĂŒber Kalorien. Mit einem 60 Liter Rucksack hat man da schon zu tun. Ja und die Sonne scheint dir in das Genick, Tropfen ĂŒber Tropfen lĂ€uft mir jetzt der Schweiß herunter. Trotzdem richt die Luft frisch. Ich sehe gerade keinen Menschen der mir entgegen kommt. Es geht durch die Weinberge in Assmannshausen und diese sind ganz gut in Schuß. Mit gleichmĂ€ĂŸigen Wanderschritt gewinne ich Höhe. Ups, da komme ich aus der Kurve heraus und schaue nicht an die Mauer vom Weinberg und schon war ich falsch abgebogen. Da aber spĂ€testens nach 50 Meter ein Emblem kommt habe ich es gleich bemerkt. Also zurĂŒck und rechts weiter. Jetzt sehe ich den Rastplatz schon nicht mehr weiterer Ferne. Mir kommen endlich mal Wanderer entgegen. Als ich oben am Weg links abbiegen muß sehe ich ein paar Wanderer am Rastplatz. Dort angekommen sehe ich etwas, daß keinem anderen Wanderer gefĂ€llt.

Liegen die doch auf den BĂ€nken und schlafen. Ich wollte hier meine Mittagspause machen. Ich sollte etwas essen, da ich noch kein FrĂŒhstĂŒck zu mir genommen habe. Wirklich toll wie sich Wanderer verhalten. Also blieb mir keine Wahl als weiter zu gehen. 50 Meter weiter endet der Weg auf einer Wendeplatte und fĂŒhrt dann in einem schmalen Grat auf einem Weg zuerst nach unten. Dann geht es entlang des Berghanges. Es passt nur eine Person in der Breite auf den Weg, der eher einem Pfad gleicht. Ein Ausrutschen hĂ€tte schlimme Folgen. Hier geht es links mindestens 45% Steigung hinunter. Das einzige Was einen Sturz aufhalten könnte sind sogenannte verkrĂŒppelte Eichen, die hier wachsen. Dieser Pfad geht mehrere einhundert Meter lang bevor er am Ende steil ansteigt und in einen normalen Waldweg ĂŒbergeht. Warum soll dieser Abschnitt des Rheinsteiges besonders schwer sein fragen sich viele Wanderer? Die ErklĂ€rung liegt in der Geologie und der Wege. Auf der Karte sieht vieles einfach aus und ist eindimensional dargestellt. Es zeigt nur den Richtungsverlauf auf und nicht die Steigungen oder GefĂ€lle. Deshalb ist dieser Abschnitt fĂŒr jeden Wanderer mit Rucksack eine Herausforderung.

Es gibt zwei Richtungen von wo aus der Rheinsteig bewandert werden kann. Es kommt aber fast aufs gleiche heraus. Mit dem Unterschied, dass der Rheinsteig von Lorch a. Rhein nach Assmannshausen langanhaltende Steigungen hat und kurze Abstiege. Umgekehrt sind es harte Aufstiege und kurze Geraden und dann wieder lange Abstiege. Doch am Schluss geht es wieder Bergauf, gerade wenn man sich daran gewöhnt hat. Nett, nicht wahr? Es ist eine extrem lange Tageswanderung mit GepĂ€ck auf dem RĂŒcken. Es geht hier nicht um Ausdauer und Kondition sondern nur alleine um die Natur wie Sie auf Dich einwirkt. Erholen kann man sich am Abend in der Unterkunft oder im Zelt.

Der einzige Zeltplatz auf der Strecke nach Lorch a. Rhein ist “ Naturpark - Camping Suleika ”. Es liegt am Weg und ist ca. 1Km vom Rheinsteig entfernt. Ein Pfad fĂŒhrt mit gelber Kennzeichnung auf der linken Seite bergab in Richtung Zeltplatz. Doch bevor man an diese Stelle kommt sollte man als Tageswanderer Rast an einem geraden ebenen StĂŒck machen. Dort befindet sich auch BĂ€nke und ein Sitzplatz mit Dach. Laut Wanderplan liegt es nach dem Teufelskadrich. Wenn ihr Zeit habt und keine Wanderer pausieren, genießt bitte den Blick in das Rheintal. Am Schluß dieser ebenen Streckte fand ich auf der rechten Seite eine Bank. Hier machte ich einmal richtig Rast und packte meinen Gasbrenner aus. Es gab das erste Mal was zum Essen an diesem Tag und das Warm. Erbseneintopf, eine ganze Dose. Lecker! Und das nach 14.30 Uhr.

Ich habe aber eine wohlwollende Bitte an euch Leser, wenn ihr diese Strecke bewandert. Bitte nehmt euren MĂŒll, den Ihr produziert wieder mit und entsorgt ihn bei der nĂ€chsten Entsorgungsstelle auch MĂŒlleimer genannt. Wenn es nicht anders geht nehmt ihn mit in den nĂ€chsten Ort dort gibt es reichlich MĂŒlleimer. Dieser Bereich vom Teufelskadrich und Umgebung bis Bodental gehört zu ” UNESCO Welterbe Kulturlandschaft ”.   Wir sollten fĂŒr unsere Mitmenschen und GĂ€ste saubere PlĂ€tze hinterlassen.
Bodental gehört zum Freistaat Flaschenhals (bis 1923 eigenstÀndiger Staat).

Jetzt geht der Weg bergab und beschreibt ein in die lĂ€nge gezogenes C. An dieser Kehre gibt es einen kleinen Waldsee mit HĂŒtte. Wenn man Pause machen möchte gibt es 200 Meter weiter eine Bank. Man ĂŒberquer sogenannte WildschutzzĂ€une mit Tore. 

Wenn die Zeit nicht mehr reicht, gibt es eine AbkĂŒrzung zum Lorcher Bahnhof. Man kommt auf eine asphaltierte Straße, die lĂ€uft man links hinunter durch den BĂ€chergrund. (Der Rheinsteig selbst geht rechts die Straße hinauf.) Man kann aber auch hier die Tour beenden und an der Siedlung, wo die HĂ€user anfangen gibt es das Weingut Traubenwerk, wo eine ausgedehnte Rast vor dem Nachhauseweg einladet, wenn die Zeit reicht.  Die Straße ganz runter und vor der Bahnschranke rechts laufen. So stoßt man nach 11/2 Kilometer auf der linken Seite der Straße auf den Bahnhof. Hier habe ich meine Tour am heutigen Tag abgebrochen. Die Zeit hat bei mir jetzt eine große Rolle gespielt, da es schon
17.00 Uhr war. Mit dem nÀchsten Zug ging es wieder nach Hause.

Bitte denkt an eventuelle Umsteigemöglichkeiten und AnschlußzĂŒge, sonst sitzt Ihr in Frankfurt oder dort am Flughafen ĂŒber Nacht fest.

RĂŒdesheim am Rhein
Impression Rheintal
Impression Rheintal
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