Impression  Rheintal
Rheinsteig Wanderzeichen

Bild Thomas Zerweck

Tag 2

Etappe 2  Jahr 2017    Von Schlangenbad nach Kloster Eberbach

Morgen’s um 9:00 Uhr bin ich aus meinem Zelt gekrabbelt. Eher Schlaftrunken, die Nacht war ein wenig unbequem. Zudem hatte ich eine Zeitlang gefroren, bevor mein Körper warm wurde. Zuerst baute ich mein Zelt ab und verstaute es im Rucksack. Aber ich habe gleich mal meinen Kocher herausgeholt um einen Tee aufzubrühen. Man schätzt gar nicht gut genug, wenn man unterwegs einen Tee oder was Essbares aus der Dose warm machen kann. Da fühlt man sich gleich um einiges Besser.

Nach einem kurzen Frühstück habe ich meine restlichen Utensilien im meinem Rucksack verstaut. Bevor ich jetzt loslaufen konnte mußte ich zuerst meinen Wanderführer und Karte einsehen. Bevor mir wieder ein Mißgeschick passierte. Ich mußte jetzt nach Schlangenbad zurück, bis zum Schlangenbrunnen beim Therapiezentrum. Von dort geht es dann links in eine Straße hinein. Diese führt um ein Kurgebäude herum. An der Seite von diesem Kurgebäude sollte jetzt ein Fußgängerweg nach oben gehen. Schon wieder Pech, der Weg war gesperrt, wegen Pflasterarbeiten. Ich mußte jetzt einen Umweg in Kauf nehmen und das auch noch ungern. Der nächste Weg war auch gesperrt wegen diesen Pflasterarbeiten. Ich überlegte ob ich weiter gehen sollte, doch ich entschied mich die Absperrung zu ignorieren und den Fußweg zum nächsten Gegenweg hinaufzulaufen. Hier waren schon neue Steine verlegt worden. Diesen lief ich leicht steigend nach oben und dann über eine Treppe. Ich hatte die obere Straße erreicht und jetzt links weiter wieder durch den Wald. Der Rheinsteig verlief unterhalb dieser Waldstraße. Irgendwo kreuzten sich Waldweg und Rheinsteig. Diese Kreuzung habe ich verpasst, denn ich habe keine Plakette gesehen. So laufe ich bis zur Biegung der Straße und gehe rechts ab in den Waldweg, wo auch andere Wanderplaketten festgemacht waren. Es konnte nicht falsch sein. Nur mit einem Unterschied das ich nicht an einer Wetterschutzhütte vorbei kam. Sondern von unten her Richtung Rheinsteig aufschloß. Nach zwei langen Kilometern kam ich bei einem Sportplatz heraus und da mußte ich zuerst mal meinen Wanderführer und Karte befragen. Ich lief nach rechts auf einem Hauptweg weiter. Bis zu einem Parkplatz und siehe da ich war wieder auf dem Rheinsteig. Der Rheinsteig kam hier von oben herunter und bog hier rechts in einen Feldweg ab.

Also lief ich nach links in den Parkplatz hinein und überprüft ein letztes mal die Plaketten. Es gibt nämlich zwei Varianten, die Blaue und die Gelbe. Die Blaue kennen wir schon und die Gelbe ist für den zuführenden Weg zum Rheinsteig. Diese Plakette findet man nur außerhalb des Rheinsteiges als Hinweisschild, Richtungsweisend zum offiziellen Rheinsteig - Wanderweg. Es gibt aber auch noch andere, besonders einen weiteren der offizielle Rheinsteig - Rundwanderweg.

So, zurück zum Wandern und jetzt läuft alles wieder so, wie es sollte. Der Wanderweg führt eine lange Zeit lang am Berghang entlang und macht dann in einem rechten Winkel einen Bogen. Jetzt geht es wieder lange Bergab in ein Bachtal und steigt dann wieder auf linker Hand auf Höhe von der Ortschaft Rauenthal wieder an. Am höchsten Punkt kann man eine Hütte auf der linken Seite sehen. Wenn man hier gerade aus läuft kommt man direkt in die Ortschaft. Direkt an der Kreuzung gibt es eine Bäckerei. Wo man sich was zum Essen kaufen kann. Ich bin rechts weiter den Waldweg gewandert. Nach ungefähr 1000 bis 1500 Meter kommt man beim alten Forsthaus vorbei. Das ist eine Waldgaststätte mit Speisen und Getränke. Diese hat aber seltsame Öffnungszeiten, die dem Rheinsteig Wanderzeiten oder Stoßzeiten angepasst ist. Nicht wundern, wenn Sie geschlossen ist. Das geht auch anderen so, nicht nur meiner Person. Also geht es nach einer kurzen Pause weiter Richtung Kiedrich. Vorbei an einer Räucherei, die ich rechter Hand passierte und immer Bergauf. Das ist das Leid eines geplagten Wanderers, du weist nicht im Voraus was als nächstes kommt. Aber sonst hättest Du ja nicht das berühmte WOW oder Ah Gefühl.

Oben angekommen geht es rechts weiter und immer noch Bergauf. Ca. 500 Meter bis zur Waldgrenze und danach geht es Links über einen Weg durch den Wald. Das nächste Ziel steht jetzt fest, die Ruine Scharfenstein. Sie steht über Kiedrich auf einem natürlichen Felsen. Der Hunger hat jetzt mich ausgelaugt und sehne mich nach einer warmen Mahlzeit. Ich brauchte eine ganze Stunde von der Räucherei bis zur Ruine. Es ist nur noch ein Turm und eine Mauer übrig von der Burg. Aber im Inneren gibt es ein Lagerplatz mit Feuerstelle. Mein Hunger trieb mich aber weiter nach Kiedrich. Das heißt, dass ich jetzt  eine sehr steile Passage in Serpentienen hinunter muss. Entlang an dem gesamten Felsen. Hier zeigte sich wie wichtig ein gutes Schuhwerk ist.
Obwohl es auch zum Teil ein Geländer am Weg gibt, ist der Weg selber Steil und zum Teil am Abrutschen, Du mußt richtig aufpassen, wohin Du trittst um Halt zu finden. Unten angekommen musste ich zuerst mal einen Weg in Richtung Bank suchen und dann zu einer Bäckerei und Einkaufscenter. ( Bitte hier auf dem Rheinsteig bleiben) Dann ist es nicht weit bis zu Einkaufscenter. Habe mal wieder den längeren Weg gewählt und das über einen langen Winkel.

Das Problem sind die vielen verwinkelten Straßen in Kiedrich und die ziehen sich in die Länge. In Kiedrich gibt es eine Nassauische Sparkasse, eine Bäckerei und Einkaufcenter Penny in der Sonnenlandstraße. Penny hat im Anbau einen Bäcker und Metzger, diesen kann man auch durch einen separaten Eingang erreichen.
Ich habe hier meine Wasservorräte und Nahrungsmittel ergänzen können. Ein Wandersmann, der hungert und auf den Felgen daher kommt, ist nur ein halblebiger Mensch. Das mag wirklich keiner. Wichtiges Hauptnahrungsmittel ist Wasser. Zudem sollte man immer, wenn man im Freien biwakiert, einen Brenner und Gas dabei haben. Was immer Gut tut, sind Suppen und Dosen Essen. Bitte nicht den ganzen Rucksack voll machen. Das Gewicht müssen Sie ja schleppen. Jedes Kilogramm zusätzlich erhöht Ihren Kalorienverbrauch und damit sinkt auch Ihre Leistungsfähigkeit.
Was ganz wichtig ist für einen Wandersmann, den Abfall nehmen wir natürlich mit und entsorgen ihn an dem nächsten öffentlichen Müllkorb. Bitte nicht in den Wald oder Gelände werfen. Es kommt unseren Mitmenschen und der Natur zu gute.

Ich musste feststellen, dass ich gar nicht weit vom Rheinsteig entfernt war. Ich musste nur bis zur Kreuzung laufen und die blauen Rheinsteig-Plaketten sagten “ Hallo hierher”. Ich musste jetzt auf einer Straße zwischen Häusern hindurch, die in einen Feldweg übergeht. Ich entferne mich jetzt immer weiter von der Hauptverkehrsstraße. Der Feldweg führt immer leicht bergauf. Am Ende machte der Feldweg einen scharfen Bogen und führt jetzt ein wenig Steil nach oben. Am Ende dieses Weges kam ich auf eine geteerte Straße auf der ich scharf linker Hand weiter Wandern mußte. Der Weg machte dann einen kleinen Bogen nach rechts. Wo eine kleine offene Hütte mit Tisch und Bank zum Essen einlud. Hier machte ich einmal richtig Pause und verzehrte das Mitgebrachte. Es ist wunder schöner Sonnenschein. Ein Bauer fährt mit dem Schlepper durch die Gegend und bringt Lärm in die Stille. Ein Auto fährt an der Hütte vorbei in Richtung Tal und ein anderes fährt in ein Schutzgebiet rechter Hand. Dann kam die Stille der Natur zurück. Nach dem ich meine Pause genossen habe mache ich mich wieder auf den Weg. Ich laufe rechter Hand an der Wetterschutzhütte weiter.

Nach 50 Meter biege ich dann links in einen Feldweg ein. Die Natur kommt jetzt mit einer Überraschung und der abrupte Übergang in eine völlige andere Umgebung findet statt. Es kommen links und rechts nur noch ein paar Sträucher und dann nur noch Gras und Wiese bis an den Waldrand in 500 Meter Entfernung. Links sehe ich auf einer größeren Fläche Suhlstellen von Wildschweine. Tja, nach 200 Meter geht der Rheinsteig links auf einem Feldweg in Richtung Wald, vorbei an den Suhlstellen. Immer Gerade aus. In der Zwischenzeit fängt es zu Regnen an. Tja, wirklich Toll denke ich noch und bin doch noch froh, daß ich einen Regenschutz mitgenommen habe. Was ich noch nicht weis, die Temperatur fällt und der Regen wird kalt. Es geht jetzt Berg ab bis zu einem geschotterten Querweg.

Eine Absperrung sollte eigentlich das Weitergehen gegenüber verhindern. Da aber keine Umleitung angepinnt oder angegeben ist gehe ich weiter. Der Bereich wo ich jetzt hineinlaufe ist in den Reiseführern als nicht begehbar oder als gefährlich eingestuft. Es ist ein Waldabschnitt oberhalb des Klosters Eberbach. Dieser Waldabschnitt ist ohne Forstarbeiten. Der Untergrund ist weich und die Bäume stehen schräg. Mann meint Sie würden gleich umfallen. Es geht leicht Bergauf und dann schräg links hinunter. Jetzt wie immer quer durch den Wald und abwärts in Richtung eines Waldweges. Der Pfad auf dem ich laufe endet an einem umgestürzten Baum. Ich habe Glück es ist genügend Platz um mich zwischen den Ästen hindurch zu bewegen und den Baum zu unterqueren. Der Untergrund ist etwas glitschig. Nicht mehr weit zum Kloster Eberbach.

Ich komme von hinten an die Klostermauer. Der Rheinsteig führt außen an den Klostermauern vorbei. Mich quält der Hunger schon wieder und eigentlich auch nach einer Unterkunft. Es gibt in dem Kloster ein Restaurant. Das Essen ist gut. man hat nur nicht einen Wanderer erwartet. Das Kloster selber ist nicht mehr in Betrieb. Die Stempelstelle ist geschlossen, schon seit längerer Zeit.  An diesem Abend habe ich mir ein Schnitzel mit Pommes und Salat gegönnt und eine Karaffe Wasser. Kostete den stolzen Preis von 30 Euro. Um 20:40 Uhr bestieg ich einen Bus nach Eltville und löste gleich eine Fahrkarte nach Frankfurt über Wiesbaden. In Frankfurt habe ich noch einen ICE nach Stuttgart bekommen, zum Glück hatte er Verspätung. Mit der letzten S-Bahn von Stuttgart aus fuhr ich zurück nach Winnenden.

So endet die erste Etappe am Rheinsteig glücklich. Sie ist mir bis Heute sehr gut in Erinnerung geblieben.

© all rights reserved  by  Thomas R. Zerweck

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