Ostern 2019

Tag 9
Etappe 10 2019

Braubach nach Koblenz  19.04.2019

 

Diesmal bin ich einen Tag vorher angereist. In Braubach ├╝bernachtete ich auf dem Zeltplatz.
Es war f├╝r mich eine sehr kosteng├╝nstige Variante mit Zelt. Ich zahlte gerade mal 13 Euro f├╝r eine Nacht und ich hatte meine Ruhe. Zum Abendessen kochte ich mir Nudeln mit So├če und H├╝hnchen.
Sehr lecker mu├č ich sagen. Ich habe mir einiges an Essen und auch Fr├╝hst├╝ck vorbereitet.
Mir ging es um das Gewicht schlecht hin. Die Nacht auf dem Zeltplatz war ein wenig unruhig, da ich st├Ąndig die G├╝terz├╝ge von der Gegenseite h├Ârte und die Rheinschifffahrt. Ich habe kein bisschen gefroren in der Nacht und hatte auch meine Wanderkleidung abgelegt. Die n├Ąchtliche Temperatur lag bei ca 8 Grad. Der Morgen war frisch und das Wasser im Duschraum war kalt, aber erquickend.

Zum Fr├╝hst├╝ck gab es M├╝sli mit D├Ârrobst (Erdbeeren, Bananen und Apfel). Ich hatte warmes Wasser f├╝r meinen Kaffee gemacht und habe einen Teil abgezweigt. Zipbeutel mit dem D├Ârrobst, Milchpulver zusammen mit Wasser eingeweicht und dann die Dinkelflocken dazu. Fertig war das schmackhafte Fr├╝hst├╝ck. Nescaf├ę mit Milchpulver und hei├čem Wasser. Mir ging es gut.

In der Zwischenzeit ist mir klar geworden, dass mein Fr├╝hst├╝ck sehr ├╝ppig war. Genauer gesagt zu viel,
180 Gramm M├╝sli. Es war ein Experiment und es ist kein Fehlschlag sondern ein Erfolg. Ich hatte nur Vergleichswerte von Frauen. Diese Essen bekanntlich weniger und deshalb brauchte ich meine eigenen Erfahrungen mit Tagesrationen (EPA).

Ich lege eine Ration M├╝sli auf 120 Gramm Dinkelflocken fest. Im Verh├Ąltnis kommen noch 20 Gramm Erdbeeren, 20 Gramm Bananen und 20 Gramm Apfel als D├Ârrobst dazu. Drei Essl├Âffel Milchpulver.
Von diesen Werten gehe ich bei der n├Ąchsten Wandertour aus. ├ťbrigens der Apfel im M├╝sli ist  Geschmacklich sehr intensiv, hier k├Ânnten aber auch ca. 10 Gramm ausreichen.
Hier wird sich wohl so mancher fragen, warum nimmt er Dinkelflocken und nicht Haferflocken.

Es gibt einen kleinen Unterschied in der Ern├Ąhrungskette, wie Nahrung von unserem K├Ârper verarbeitet wird. Haferflocken wird als N├Ąhrstoff in unserem K├Ârper und Leber in Zucker umgesetzt. Dieser steht nach dem Essen so gut wie sofort zu Verf├╝gung. Zucker wird sofort wieder vom K├Ârper abgebaut. Die Belastungskurve von Zucker bei Hafer steigt zuerst Steil an und sinkt danach auch wieder schnell ab. Zucker wird von Insulin umgewandelt. Als desto mehr Zucker im Blut, desto mehr Insulin wird durch den K├Ârper in das Blut gepumpt. Die Leistungskurve sinkt sehr schnell wieder ab.
Bei Dinkelflocken passiert das nicht. Her ist das Leistungsverh├Ąltnis eine gleichm├Ą├čige Umsetzung von Zucker in der Leber also weniger Insulin und die Kurve ist flacher.

(Dinkel ist eine alte Getreidesorte, die in den letzten 10 Jahren f├╝r die Ern├Ąhrung wiederentdeckt wurde und hat einen steigenden Beliebtheitsgrad. Dinkel wurde in der Vergangenheit haupts├Ąchlich in der Bierproduktion eingesetzt. Fr├╝her kaufte man Dinkel in M├╝hlen oder im Reformhaus.)

Also Ende mit dem fachlichen Kram und sollte doch mal was von meiner Tageswanderung erz├Ąhlen.

Um 9.45 Uhr bin ich mit dem Zusammenpacken meiner Ausr├╝stung fertig geworden. Und kurz vor 10.00 Uhr habe ich dann den Campingplatz verlassen. Mein Weg f├╝hrte jetzt hinter dem Campingplatz vorbei und ├╝ber einen kleinen Pfad erreiche ich den Fahrradweg, gehe rechter Hand zur Stra├čenunterf├╝hrung. Weiter geht es dann unter der Bahnunterf├╝hrung hindurch, die eigentlich vorsintflutlich wirkt und im Bahnhofsgeb├Ąude ist heute ein Beerdigungsinstitut untergebracht. Man kann sich ja dazu was denken, Hihi.
Nachdem ich meine Karte ├╝berpr├╝ft habe gehe ich die Stra├če aufw├Ąrts f├╝hrend in Richtung Touristeninformation. Ich bin mir noch unschl├╝ssig, wo der Rheinsteig weiterf├╝hrt. Nach l├Ąngerem hin und her entschlie├če ich mich die Hauptstra├če hinauf zu laufen von der ich das letzte Mal herunter kam.

 Turm von Braubach   Rheinsteig f├╝hrt hinter den H├Ąusern vorbei
              Bild  Thomas Zerweck                                                                                                             

Nachdem ich den Turm von Braubach auf der linken Seite passiert habe, fragte ich mich wo die n├Ąchste Rheinsteigplakette war. Also laufe ich wieder zur├╝ck und betrachte die Hausw├Ąnde ganz genau. Als ich an der Hausfassade, die nach dem Cafe kommt sehe ich das Schild mit der Aufschrift Rheinsteig. Dieses Schild ist aber von unten kommend nicht zu sehen. Jetzt geht es hinter den H├Ąusern weiter, er macht einen Bogen und steigt dann leicht an den Berg hinauf. Oben mu├č man eine kaputte Treppe ├╝berwinden und man steht auf der Stra├če, die wieder nach unten f├╝hrt. Sch├Ân w├Ąhre es, wenn das so bleiben w├╝rde. Aber weiter unten geht es gleich wieder rechts eine Bergstra├če hinauf. Weiter oben machte ich zuerst mal halt um meine Wasserflaschen zu verstauen. Das hei├čt,  ich f├╝llte meinen 3 Liter Wasserblase auf und verstaute meine leeren Wasserflaschen an zwei freien Schlaufen meines Rucksackes. Und weiter geht es. Ich gehe langsam weiter und verteile das Gewicht auf jeden Schritt den ich mache. Es geht gerade weiter bergauf. Von unten h├Âre ich ein Auto die Stra├če herauf kommen. Also laufe ich am Stra├čenrand weiter. Als ich kurz anhalte um den SUV vorbei zulassen h├Ąlt er auf H├Âhe der Seitent├╝re an und ein gem├╝tlicher Rheinl├Ąnder ├Âffnete das Seitenfenster. Er meinte, ob der Rucksack nicht zu schwer sei um zu Wandern. Ich erkl├Ąrte Ihm, dass ich alles im Rucksack habe was ich die n├Ąchsten Tage ├╝ber Ostern brauchen w├╝rde und das ich den Rheinsteig mache. Ich erz├Ąhlte Ihm das ich den Rheinsteig 2017 in Wiesbaden Biebrich begonnen habe und jetzt ├╝ber Ostern so weit wie m├Âglich kommen m├Âchte. F├╝r Heute ist mein Ziel Koblenz. Er w├╝nschte mir noch ein gutes Gelingen f├╝r meine Wanderung und ich w├╝nschte Ihm noch ein frohes Osterfest.

So, jetzt war ich wieder alleine als der Rheinl├Ąnder mit seinem SUV weitergefahren war. Ich laufe noch 100 Meter und bog von der Stra├če links in einen Wanderpfad ein. Dieser f├╝hrt entlang des Berghanges. Hier hat man eine wundersch├Âne Weitsicht in das Rheintal aufw├Ąrts. Und das bei dem heutigen sch├Ânen Wetter sehe ich bis zur n├Ąchsten Rheinschleife bei Filsen.

                                       
  Sicht auf Braubach und Rhein   Verkr├╝ppelte Eichen
          Bilder  Thomas Zerweck                                                                                              

In all meinen Rheinsteig-Wanderungen habe ich noch nie eine solche Farbenpracht und unterschiedliche Naturvielfalt gesehen, wie hier auf dem Rheinsteig zwischen Wiesbaden und Koblenz.
Nach langem sah ich wieder diese Kr├╝ppel-Eichen, die auf Grund des kargen und n├Ąhrstoffarmen Boden so wachsen. Und dieses mal habe ich ein Foto geschossen. Meine Fotos habe ich alle selber geschossen und f├╝r diese Webseite zugeschnitten. Motive gibt es in Massen. Du brauchst nur ein ge├╝btes Auge f├╝r Farben und Details. Wie immer bist Du gerade Oben angekommen, geht es eigentlich gleich wieder nach unten. Dieses Mal bin ich aber gerade ausgelaufen und wie es Gott so will kam mir wieder der SUV mit dem J├Ąger entgegen. Er hielt wieder an und fragte mich ob ich nicht falsch laufen w├╝rde. Ich meinte zu Ihm ich w├Ąre doch auf dem richtigen Weg. Aber Er konterte und sagte mir das er J├Ąger sei und Er, sein Revier kennen w├╝rde. Und der Rheinsteig w├╝rde da vorne an dem gro├čen Baum rechts runter gehen. Wir verabschiedeten uns lachend. W├Ąhre ich jetzt nicht falsch gelaufen, so h├Ątte ich niemals zwei wundervolle Fotos schie├čen k├Ânnen. Das Foto oben als Banner ist eines davon.

Es sind sch├Âne Erinnerungen, die ich an diesem einen Tag hatte und nicht die einzige Begegnung mit Menschen. Nachdem ich wieder vorne an dem gro├čen Baum war schaute ich einmal auf die R├╝ckseite von unten kommend. Da hatte ich wohl nicht aufgepasst. Also wieder auf den Weg und links den Weg runter. Ich kam an einer Stelle vorbei, wo mehrere Menschen weiter Hinten neben einem Hochstand an etwas arbeiteten. Der J├Ąger von vorhin war dabei, er sah mich und wir winkten uns nochmal zu. Ich ging weiter auf einem sonnigen Weg, der Herrlich mich anmachte weiterzumachen.  So und jetzt geht es wieder auf einem Pfad rechts runter, leicht steil.
Tja, jetzt mu├čte ich eine Zwangspause auf dem Rand des Pfades einlegen. Eine Familie mit Kinder und Hund kamen mir entgegen. Es ist eine Selbstverst├Ąndlichkeit, da├č man entgegenkommende Wanderer passieren l├Ąsst, sofern das m├Âglich ist. Auch hier bin ich mit dem Vater ins Gespr├Ąch gekommen. Der Hund hat mich be├Ąugt, bis es mir eingefallen ist meine Sonnenbrille abzunehmen. Er hatte mich ohne Brille gesehen und trottete ohne weiteres Interesse davon. Der Vater und ich plauschten noch kurz miteinander und ich w├╝nschte Ihm noch sch├Âne Ostern. So komme ich immer wieder zu kurze Momenten, die mich immer daran Erinnern das Du nicht alleine bist, auch nicht an Ostern. Wenn Du mal wieder alleine unterwegs bist.

F├╝nf Minuten sp├Ąter als ich den Pfad hinter mir hatte, geht es schon wieder aufw├Ąrts. Dieses Mal ├╝ber Felsen gesichert mit Drahtseil. Einen F3-4, w├╝rde ich sagen. Da habe ich mal wieder ein paar Bildchen gemacht um mal zu zeigen, dass die H├Ąnge nicht ganz ohne sind.

 Felshang F3-4   Felsgrat mit Steilseilsicherung              Bilder   Thomas Zerweck                                                 

Es zeigt sich mal wieder, dass man feste Wanderschuhe anhaben sollte. Wenn es nass ist taugen die besten Stra├čenschuhe nichts! Warum? Sie haben keinen Halt auf dem glatten Untergrund des Felsens.

Nachdem ich auf dem Felsgrat langsam an H├Âhe gewann, war klar das dieses Stahlseil auf der linken Seite nicht ohne Grund angebracht war. Rechts ging es runter und links auch. Wenn Du oben angekommen bist, bist Du eigentlich froh nicht nochmal rauf zu m├╝ssen. Und trotzdem ist der Tag noch Jung. Jetzt geht es wieder abw├Ąrts auf einem Feldweg der nach einer kurzen Strecke auf eine geteerte Stra├če f├╝hrte.
Ah, siehe da an, eine Klosch├╝ssel auf einer Wiese. Netter Anblick! Was ist eigentlich der Hintergrund dieses Objektes? Es geht der Stra├če entlang abw├Ąrts ins Tal und unten durch den Wald. In einem Zickzack Kurs komme ich von oben an den Ort heran. Auf der Stra├če laufe ich nach unten bis zu einer von oben kommenden Gegenstra├če. Jetzt geht es rechts weiter bis zu einer weiteren Stra├če. Dort gehe ich links bis zu einer Br├╝cke. Vor der Br├╝cke verlasse ich jetzt die Stra├če und es geht rechts entlang eines Baches, Tal aufw├Ąrts. Der kleine Weg endet an einer Br├╝cke mit gro├čem Rohr. Hier entsorgte ich zuerst mal meine zwei Wasserflaschen an einem M├╝lleimer und gehe weiter bis nach vorne an eine Stra├čenecke. Von weitem sieht es aus als m├╝├čte man Links abbiegen. Doch falsch gedacht! Es geht Rechts an einem Haus vorbei und an einer Waldschranke au├čen herum. Der Wald hat mich wieder mit der Vorwarnung auf einen F3 an einem Schild. Es ist eine breite Waldstra├če und es sind einige Wanderer unterwegs. Sie machen Rast auf ein paar B├Ąumen, die am Wegesrand lagern. Der Waldweg biegt nach einiger Zeit links ab und hier beginnt die Steigung.

Es ist eine F3 Steigung als Waldstra├če. Puh, hier kommst Du nur z├Âgerlich voran. Zwei Wanderer ├╝berholten mich. Aber ohne Gep├Ąck! Und trotzdem gehen auch Sie nur langsam, die haben auch ihre Probleme mit der Steigung. Was ist ein F3, wollen bestimmt andere wissen? Geht mal von 35% Steigung aus. Ich brauchte bestimmt eine halbe Stunde bis ich oben war. Oben war nat├╝rlich die Ruhebank besetzt von den zwei Wanderer, die mich ├╝berholt hatten. An einem Stra├čenschild habe ich aber dann meine Mittagspause eingelegt. Fressalien, die ich eingepackt hatte waren ein herrliches Mahl. Viel Eiwei├č und Kalorien brachten meinen K├Ârper wieder auf Touren.

Ich fragte mich, was sucht ein Hochhaus hier mitten im Wald. Wie es sich sp├Ąter herausstellte handelt es sich um eine Siedlung und der Namen erinnerte an unsere Amerikaner, die fr├╝her in unserem Land stationiert waren. Das Ganze nur so nebenbei und nicht zu vergessen, hier gibt es sogar eine Gartenwirtschaft, eine Waldschenke und ein griechisches Restaurant. Nach meiner Pause von einer halben Stunde mu├č ich eine Landstra├če unterqueren, aber sehr vornehm durch eine Unterf├╝hrung. Oben geht es auf dem Gehsteig weiter der Stra├če entlang. Ich laufe bis zum Ende des Gehweges.
Am Ende sto├če ich  auf einen Parkplatz und rechter Hand ist die Siedlung. Ich gehe aber jetzt auf einem Weg der links unterhalb der Gartenwirtschaft den Hang hinunter f├╝hrt. Der Weg f├╝hrt st├Ąndig Bergab. Ich komme an einer gro├čen freien Wiesenfl├Ąche vorbei und auf der anderen Seite sehe ich in das Lahntal hinein.
Du hast eine wundersch├Âne Aussicht und das Lahntal strahlt im sch├Ânsten Sonnenschein.

          Wegweiser an der Siedlung       Blick in das Lahntal  
            Bilder  Thomas Zerweck

Ich laufe eine lang gezogene Serpentine hinunter, die auf einer Stra├če endet. Wer sagt, dass man bergab wandern keine Kraft verliert, der irrt, ich wieder hole mich. Die Wege sind lang, wie der Aufstieg! Ich mu├č jetzt der Stra├če entlang gehen, bis zu einem Punkt, wo ich eine Kehre ├╝ber einen Bahn├╝bergang begehe. Von da an gehe ich Flu├č abw├Ąrts der Lahn entlang bis zu einer Br├╝cke. Hier gibt es gro├čen Fu├čg├Ąngerverkehr. Zu dem gibt es auf der anderen Seite einen Hafen f├╝r Freizeitkapit├Ąne. Ich ├╝berquere auf eine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke, die Lahn. Am Ende geht es eine Treppe hinunter auf einen Fahrrad- oder Wanderweg. Man kommt an einer bewohnten Villa auf der rechten Hand vorbei und an einem Rastpunkt, einer Gastst├Ątte mit Bewirtung. Ich laufe bis zum Ende des Weges, der in einer Steigung auf einer Hauptstra├če endet. Dort raste ich unter einer Br├╝cke und ruhe mich richtig aus. Danach werde ich das letzte St├╝ck Weg entlang an einer stark befahrenen Hauptstra├če in Richtung Ruppertsklamm gehen.

Eine halbe Stunde Kraft tanken, iwo es sind nur 5-10 Minuten und weiter geht es. Zuerst ├╝ber die Stra├če und dann auf dem Gehweg, Tal aufw├Ąrts. Neben der Stra├če f├╝hrt noch ein breiter Trampelpfad in die gleiche Richtung. Nach 10 Minuten bin ich endlich am Eingang zur Ruppertsklamm.
                              
                             Zugang Ruppertsklamm   

                                                 Ruppertklamm 1
                                                Bilder Thomas Zerweck

Welcome, the Ruppertsklamm. Wild Romantisch? Es ist ein langer Aufstieg von etwa 1,2 Km entlang eines Baches. Das Wild Romantische habe ich nicht gefunden! Es liegt viel modriges Geh├Âlz im Pfad entlang des Baches, der Pfad l├Ąuft daran entlang und teilweise auch durch Morast. Erst in der Mitte des Aufstieges ├Ąndert sich das Bild und der Taleinschnitt verengt sich. Hier kommen jetzt Felsen zum Vorschein.
Wenn man eine Klamm sich vorstellt, denkt man automatisch an die ber├╝hmte Breitachklamm bei Oberstdorf mit richtigem gro├čem Wasserflu├č im Hochgebirge. Tja, wir sind hier im Mittelgebirge zwischen Siebengebirge und Rheingaugebirge. Ein kleiner dezenter Unterschied was die Verh├Ąltnisse in der Geologie ergibt. Wir sind hier in einem Schiefergebirge und Sandsteingebirge. Es macht aber keinen Abbruch macht, was die Natur hergibt. Die Ruppertsklamm f├╝hrt durch ein Tal eingebetet in ein Schiefergebirge. In der Mitte der Ruppertsklamm verengt sich dann der Pfad und endet an einer Felswand. Die deutlich eine Einkerbung durch den Wasserfluss zeigt.

   Ruppertklamm 2             Ruppertklamm 3                   Bilder  Thomas Zerweck

  Ruppertklamm 4 Ruppertklamm 5
       Bilder  Thomas Zerweck

Der Aufstieg mit Rucksack ist m├╝hsam, aber es lohnt sich. Ich hatte die Wahl zwischen einer sehr steilen F3,5 und einer F1-2. Ich entschied mich f├╝r die Ruppertsklamm. Auf Bild 5 erkennt man die Felswand mit der Einkerbung durch den Wasserflu├č. Die seitliche Felswand geht hier ├╝ber zehn Meter in die H├Âhe und auf der rechten Seite mu├č man ├╝ber Steigeisen die Felswand bis zum oberen Pfad ├╝berwinden. Die Steigeisen sind mit starken Drahtseilen abgesichert. (Wer mit Hund hier herauf will, hat ab hier Pech!). Es herrscht hier reger Touristenverkehr, Paare und Familien und ganze Gruppen. Der Rheinsteig f├╝hrt direkt hier hindurch. Der Obere Teil der Ruppertsklamm ist etwas Flacher, aber auch nicht besser begehbar wie unten. Man lauft hier auf Felsen und zum Teil im Klammbett. Wasserdichte Wanderstiefel sind gefragt! Ich mu├čte mich nicht auf der Seite auf dem Felssims entlang gehen.

Der Weg ist jetzt zum Teil 2-3 Meter breit. Der Felssims ist nur ca. 80 cm breit. Also kaum begehbar f├╝r einen gro├čen Menschen von 1,85 Meter Gr├Â├če und mit einem 60 Liter Rucksack. Aber am Ende mu├č man einen kleinen ├ťberhang ├╝berwinden und man steht auf einem gesicherten Laufbr├╝cke aus Stahl.
Weiter geht es auf einem Pfad entlang des Bachlaufes, zuerst rechts dann wieder links am Bachverlauf entlang. Nach einiger Zeit kommt man an eine Staumauer und der Weg geht links den Berg hinauf und f├╝hrt eigentlich um den Stausee herum. Ich entschied mich auf dem Waldweg zu bleiben und nicht wieder an den Bachlauf zur├╝ckzukehren. Meine Entscheidung tat keinen Abbruch, da am Ende des Baches es schwarz schlammiges Wasser wartete und dann eine Treppe empor ging. Das habe ich von oben gesehen als ich am Ende stand. Gegen├╝ber gibt es eine alte Wetterschutzh├╝tte f├╝r Wanderer mit gr├╝nlichem Moosbewuchs. Steinalt, au├čen gibt es B├Ąnke und im Innern auch. An den Papierk├Ârbe sehe ich das schon einiges Los war am heutigen Tag. Ich mache eine ausgedehnte Pause um mir ├äpfel und Schokolade, Kn├Ąckebrot zu zuf├╝hren. Bis Koblenz ist es noch eine weite Strecke von 6-8 Km durch den Wald. Das h├Ârt sich nicht weit an. Doch hat der Rheinsteig noch ein paar T├╝cken parat. Es geht entlang an dem Berghang auf einem geschotterten Waldweg. Ich kam an dem Weg vorbei der von unten die Klamm umgeht. Der Weg geht bis zum Ende des Waldweges gesperrt durch eine Schranke. So man freut sich ├╝ber den zur├╝ckgelegten Weg.

 Aber es geht jetzt ├╝ber Serpentienen steil wieder nach oben durch den Wald. Der Weg f├╝hrt auf einen Waldweg in Gegenrichtung und endet wieder an einer geschotterten Wegkreuzung, von dort geht es links weiter. Auf der Karte ist es noch ein ganzes St├╝ck des Weges.  Jetzt ├╝ber den leichten Wegbuckel und in eine leichte Kurve, danach geht es rechts in einen Waldweg vorbei an umges├Ągten und entholzten B├Ąumen und Baumst├╝mpfe. Jetzt geht es ins stark bewachsene Unterholz auf einem Waldweg. Ich bleibe stehen vor einer Weggabelung, ich sollte rechts gehen und kontrolliere meine Wanderkarte. Diese best├Ątigt mir das ich richtig liege. Also gehe ich rechts weiter und komme an einen Bach. Doch ich sehe kein keinen Wegweiser und gehe ├╝ber den Bach in ein ansteigendes Areal die wie eine Waldwiese aussieht. Diese freie Fl├Ąchen sind sogar auf der Wanderkarte eingezeichnet. Ich gehe weiter Bergauf. Als ich die zweite Waldwiese erreiche und Richtung obere Waldgrenze geht werde ich stutzig. Ich sto├če auf altes Tannenholz, alte dicht bewachsene B├Ąume und einem Schild “ Milit├Ąrisches Sperrgebiet “ das aber auf dem Waldboden liegt.

Umgesto├čen samt Bodenverankerung. Zu der Zeit ist hier keiner wir haben Ostern. Ich kontrolliere nochmal die Karte. Ich bin zu weit nach oben gestiegen. Das lohnt sich nicht den gesamten Weg zur├╝ck zu gehen. Also ├╝berpr├╝fe ich meine Karte auf einen parallel laufenden Waldweg. Da ist ein Rettungsweg in die Karte eingezeichnet der sich am unteren Ende mit dem Rheinsteig wieder vereint. Also geht es weiter Bergauf bis ich endlich auf diesen Rettungsweg sto├če. Puh, das hat Schwei├č gekostet und eine kleine Ruhepause von 5 Minuten. “ Ab und zu sind Wegmarkierungen verschwunden das passiert meistens, wenn B├Ąume gef├Ąllt wurden. Hier war ein Abzweig nicht gekennzeichnet und ein Weg war auch nicht zu sehen. “
Laut Wanderkarte f├╝hren beide Wege am Ende des Rettungsweges zusammen. Also kein gr├Â├čeres Problem f├╝r mich. Es gibt immer wieder markierte Rettungspunkte auf der Wanderkarte, die auch real am Wegrand mit Koordinaten angegeben sind. Hier kann bei einem Notfall der Rettungswagen halten und eine Personenrettung durchf├╝hren. Rettungspunkte sind in Wanderkarten besonders gekennzeichnet!

Es geht Berg ab, also eine Genugtuung f├╝r die F├╝├če und K├Ârper. Ich komme an einer Waldschranke und Wendeplatte vorbei. Nach 20 Minuten sah ich endlich das Ende des Waldweges in eine Stra├če m├╝nden. Unten Angekommen sah ich das erste Mal eine gepflasterte Stra├če aus
Doppel-T-Verbundpflastersteinen. Eine teuere Stra├če! WOW. Auf der anderen Stra├čenseite ist ein Bundeswehrzaun da geht es jetzt rechts am Zaun entlang und biege dann rechts in den Wald ab. Es geht nicht weit durch den Wald und schon bin ich an einer gro├čen Wiese. Unten komme ich an einem Bauernhof vorbei, eher ein Aussiedlerhof. Fast w├Ąre ich falsch gelaufen, wenn mich da nicht meine Nase gejuckt h├Ątte. Ich mu├č rauf laufen in einer breiten Furt. 150 Meter weiter gehe ich jetzt wieder in einem links rechts Bogen langsam den Berg hinunter. In einer scharfen links Kurve laufe ich jetzt in eine Talsenke hinein, die eher eine Schlucht ist. Von beiden Seiten f├╝hren Wege hinein. Von Oben laufe ich rechter Hand einen einzigen Weg hinunter der bis unten an den Stadtrand f├╝hrt. Man kommt an einer Br├╝cke vorbei, wo man von unter erahnen kann wie hoch sie ist. Hier in der Schlucht sind links und rechts B├Ąume am steilen Hang. Ein Bach f├╝hrt zuerst an der linken Seite entlang und in der Mitte des Weges wechselt er die Seite. So komme ich am unteren Ende an einem alten Haus vorbei, das ich mit einem Durchgang begehen mu├č. An Ende dieses Hohlweges mu├č ich noch eine Treppe runter gehen und ich stehe in Koblenz. Dann geht man noch fast gerade durch den Ort bis zur Uferpromenade.  Bis zur Festung Ehrenfels ist es noch ein weiter Weg. Dazu mu├č man eine l├Ąngere Zeit an der Uferpromenade am Rhein von Koblenz entlang laufen. Ich hatte gleich mal Pech als ich in die N├Ąhe des Koblenzer Hafen kam und der war gesperrt. Also Umweg und der Hauptstra├če entlang bis nach dem Hafen. Trotzdem sehr angenehm zum Laufen. Bis ich den gro├čen Platz unterhalb der Festung erreicht habe war es schon nach 20:00 Uhr. So mu├čte ich also im Dunkel weiter und keine Menschenseele war mehr unterwegs. F├╝r den Aufstieg ├╝ber den den Zugangsweg zu sp├Ąt. Also weiter zum Seitenaufzug und da war es Stock dunkel. Der Seitenaufzug, lol war au├čer Betrieb. Und jetzt weiter?? Die Gelegenheit bot sich dann mit einem ├Ąlteren Paar aus Koblenz, sie wollten auf die Festung zu einer Veranstaltung mit gro├čer Laserlightshow. Kostete mich 5 Euro und kam also doch noch auf der Festung an. Tja, v├Âllig umsonst und es gibt auch keinen Platz in der Jugendherberge mehr am heutigen Tag wie es mir gesagt wurde. Mein Tag endete auf einer Wiesenpromenade am Zeltplatz gegen├╝ber unten im Tal an der Mosel.

Ich hatte eine ruhige Nacht und habe nicht mal gefroren. Ich habe meine Isomatte und Schlafsack unter mich gebettet und mich mit meinem Regenschutz abgedeckt. Die Nacht war ruhig und angenehm. Ich wachte am 7.00 Uhr auf und ging Richtung F├Ąhrhaus unten an der Mosel um ├╝berzusetzen. Kostet ein paar Groschen un ich mu├čte nicht den gleichen Weg au├čen Herum ├╝ber die Br├╝cke. Ich bin dann noch an das Rheineck gelaufen und geno├č den morgenlichen Flair am Rheineck. Trinkwasser habe ich vergebens gesucht um meinen Vorrat aufzustocken, damit ich wieder weiter k├Ânnte. So endet diesmal meine Wanderung vorzeitig. Das ist ├ätzend.

   Denkmal Wiedervereinigung

Promenade
Promenade
DSCN0486-4

Thomas Zerweck

© all rights reserved  by  Thomas R. Zerweck

 

Label Photoservice_Service_Schwarz-Original-Layer135x135